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Feierliche Maiandacht und Vorstellung des

„Katholischen Gesangbuches der Donauschwaben“
am 22. Mai 2011 in Reutlingen

Es war wieder ein bewegender, stimmungsvoller Sonntagabend in Reutlingen: zum zweiten Mal hatten die HOG Sackelhausen und das Gerhardsforum Banater Schwaben zur Maiandacht eingeladen. Gastgeber war die Heilig Geist Kirche und Herr Pfarrer Dangel.

Und die Menschen kamen in Scharen aus Reutlingen und Umgebung, selbst aus Göppingen und Sindelfingen waren Landsleute angereist.
Die Marienverehrung, wie sie Pfarrer Dürbach schon letztes Jahr zelebriert hatte, hat sich herumgesprochen und erwartungsvoll füllte sich die Kirche.

Aber es gab auch einen anderen, besonderen Anlass: Dr. Franz Metz, Vorsitzender des Gerhardsforums der Banater Schwaben hatte das neue "Katholische Gesangbuch der Donauschwaben" mitgebracht, welches er im Auftrag des Gerhardsforums selbst herausgebracht hat und stellte dieses kurz vor.
Er unterstrich die Wichtigkeit und Notwendigkeit eines solchen Buches bei Gottesdiensten, Wallfahrten und nicht zuletzt bei Maiandachten.

Im Vorwort schreibt Erzbischof Robert Zollitsch: „ Zum ersten Mal ist nun der Schatz des donauschwäbischen Liedgutes zusammengetragen. In diesem katholischen Gesangbuch der Donauschwaben finden sich 500 Lieder, die uns unser Leben lang begleitet haben. Viele Lieder sind mit besonderen Erfahrungen verknüpft; andere drücken im Glauben das Lebensgefühl von uns Donauschwaben aus; auch einige alte Lieder, Verschleppungslieder aus der Zeit der Russlanddeportation sind aufgenommen, ebenso wie Lieder gegen die Verfolgung der Kirche durch das kommunistische System.
Es sind Lieder mit denen wir aufgewachsen sind, die uns so vertraut sind, wie der Klang der Glocken oder das Kirchengebäude unserer Heimatgemeinde" oder wie eine Marienverehrerin meinte: "Lieder wie daheim".

Die Melodie und die erste Strophe der Lieder sind vielen noch bekannt. Es ist der große Verdienst dieser Sammlung, dass auch die anderen, weniger bekannten Strophen in einem sehr angenehmen Schriftbild da sind und zum Mitsingen einladen.
Man hätte noch viel länger Dr. Metz zuhören können. Zuletzt lud er alle ein, mit frohem Herzen die Lieder mitzusingen.
Er begleitete den Chor an der Orgel und das neue Liederbuch konnte aufgeschlagen werden.
Die von Pfarrer Dürbach zelebrierte Maiandacht weckte, wie auch im letzten Jahr, Erinnerungen an die Maiandacht in der alten Heimat.
Wenn die Natur in den schönsten  Farben erstrahlte, Flieder und Maiglöckchen in den Gärten dufteten und Akazienblüten den Weg säumten, ging man abends in die Maiandacht. Für uns Kinder war das ein schöner Abschluss eines Tages. Man hatte oft das selbst geschriebene Liederheft dabei und der Kantor war froh, viele helle Stimmen in seinem Chor zu haben. Unvergessen bleiben die Maiandachten mit den Kommunionkindern, von denen noch die eine oder andere Kassette zeugt.

Es war nicht so, dass die Predigt des  Pfarrers Dürbach Abschweifungen erlaubt hätte: die Ideen, die angesprochen wurden, sind höchst aktuell.
Ein Blick in den Kirchenraum ließ erkennen, dass größtenteils ältere Menschen da waren.
Wo blieb die jüngere Generation?
Lebt die Maiandacht von der Erinnerung an die Zeit in der alten Heimat?

Wie kann die Jugend den Weg in die Kirche finden?
Mit der  Lichter Prozession und den Fürbitten erreichte die Maiandacht einen feierlichen Höhepunkt.

"O leite und führe uns, himmlischer Stern,
zum Himmel, zur Heimat, zu Gott unsrem Herrn."

Dies ist ein Zitat aus dem Faltblatt zur Banater Maiandacht, das dann auch jeder mitnehmen konnte.

Viele kauften auch das neue Gesangbuch zu einem Preis, der die Herstellungskosten kaum deckt und deshalb gebührt ein besonderer Dank dem Gerhardsforum, Dr. Metz und allen, die an der Herausgabe beteiligt waren.
Die Gespräche mit Pfarrer Robert Dürbach und Dr. Franz Metz nach der Maiandacht wollten kein Ende nehmen.
Nächstes Jahr will man bestimmt wieder dabei sein.

Hilde Lutz