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Wien, Wien, nur du allein?

 Konzert am 2.Oktober 2011 um 18 Uhr im Spitalhofsaal,
Wilhelmstr. 71 in 72764 Reutlingen

Das Konzert umfasst weite Teile der Geschichte der deutschen Musikkultur Südosteuropas, es ist ein Streifzug durch die Musikgeschichte einer bunten europäischen Region. Es beinhaltet Beiträge der Südosteuropäischen Musikgeschichte und weist auf das Banat in der europäischen Musikhistoriographie hin.

Programm des Konzertes:

Emmerich Kálmán (1882-1953):
Tanzen möchte ich (Duett), aus der Csárdásfürstin

Robert Stolz (1880-1975):
Vor meinem Vaterhaus
Im Prater blühn wieder die Bäume

Paul Burkhard (1911-1977):
Lied der Köchin, aus Feuerwerk

Rudolf Novacek (1860-1929):
Arie, aus der 1.Suite, op.10

Heinrich Weidt (1924-1901):
Wie schön bist du

Johann Strauß ( 1925-1899):
Zigeunerlied
Wer uns getraut, aus Der Zigeunerbaron

Emmerich Kálmán (1882-1953):
Komm, Zigány, aus der Operette Gräfin Mariza

Franz Lehár (1870-1948):
Lippen schweigen, aus Die lustige Witwe

Franz Liszt (1811-1886):
Drei Zigeuner, nach Nikolaus Lenau

Bèla Bartók (1881-1945):
Rumänische Volktänze

Emmerich Kálmán (1882-1953):
Grüß mir mein Wien, aus der Operette Gräfin Mariza

Rudolf Siecynski (1879-1952):
Wien, du Stadt meiner Träume
(Wien, Wien, nur du allein), op.1

Ottokar Novacek (1866-1900):
Serbische Romanze, op. 6, Nr. 1

Johann Strauß (1825-1899):
So muss allein ich bleiben, aus der Operette Die Fledermaus

Solisten:

Wilfried Michl, Bariton, ist in Temeswar geboren, studierte an der Musikhochschule München Gesang und Operndarstellung sowie Schulmusik. Er war am Studio für Nachwuchssänger der Bayrischen Staatsoper in München engagiert und hatte danach eine Reihe von Stückverträgen am Landestheater Coburg und an der Kammeroper in Salzburg. Hier wirkte er darüber hinaus in großen Opernpartien bei den Salzburger Alternativ-Festspielen, den Stagione lirice“ mit.

Karl Wilhelm Agatsy, Violine, geboren 1952 in Temeswar; Violinunterricht bei Prof. Erich Koch; Studium an der Musikhochschule Detmold, danach an der Musikschule Bochum tätig.

Lehrer an der Sing- und Musikschulschule München, seit 1995 deren Bezirksleiter für den Bereich München-Süd; Mitarbeiter des Freien Landestheaters Bayern.

Leonore Laabs, Sopran, aus Hamburg gebürtig, studierte Gesang am Richard-Strauss-Konservatorium bei Prof. Andresj Kucharsky - Abschluss Operngesang – und privat bei Maria Janina Hake. Opern- und Konzertsängerin: im Münchner Prinzregenttheater, Gasteig, Theatron, Pasinger fabrik und Gut Immling stand sie u.a. als Julia in „Der Vetter aus Dingsda“, 1. Dame in „Die Zauberflöte“ auf der Bühne und in einer Inszenierung von Ursel und Karl-Ernst-Herrmann war sie Cavallis „La Calisto“.

Dr. Franz Metz, Texte und Klavier, geboren 1955 in Darowa, Banat, Organist und promovierter Musikwissenschaftler, ist seit 2000 als Kirchenmusiker und Musikwissenschaftler in München tätig: Konzerte als Organist und Dirigent in vielen europäischen Musikzentren; Einspielungen für Rundfunk, Fernsehen und CD; zahlreiche musikwissenschaftliche Buchveröffentlichungen, die in Deutschland, Österreich, Ungarn, Rumänien, Serbien, Kroatien, Slowenien und Italien erschienen sind; Forschungsgebiet: Musikgeschichte der Kirchenmusik Südosteuropas, speziell der deutschen Minderheiten dieser Länder; Herausgeber zahlreicher Musikwerke südosteuropäischer Komponisten; Präsident der Gesellschaft für deutsche Musikkultur im südöstlichen Europa e.V. (www.edition-musik-musik-suedost.de)

Zum Programm:

Wien wird natürlich auch heute noch als DIE Musikstadt bezeichnet, die nicht nur zahlreiche Meisterwerke sondern auch die Namen deren Schöpfer in die ganze Welt ausgestrahlt hat. Doch gab es in der Zeit der Operette in Österreich-Ungarn auch viele andere Musikzentren, die sich als „Klein-Wien“ bezeichneten und in deren städtischen Theatern bedeutende Kapellmeister und Komponisten wirkten. Zu diesen zählten auch Heinrich Weidt und Rudolf Novacek, deren Werke erst vor wenigen Jahren entdeckt werden konnten. Schon Johann Strauss wurde zuerst in diesen Kleinstädten der Doppelmonarchie berühmt, bevor ihn das „Musikgeschäft“ in der österreichischen Hauptstadt endgültig beschlagnahmt hat. Viele seiner Werke enthalten ungarische, rumänische oder serbische Motive. Die Handlung seines Zigeunerbarons soll sich ja vor den Toren Temeswars abgespielt haben. Franz Liszt, dessen 200. Geburtstag wir in diesem Jahr feiern, bediente sich ebenfalls der südosteuropäischen Folklore - oder von dem, was er in den damaligen ungarischen Wirtshäusern zu hören bekam.

Doch erst der im Banat geborene Béla Bartók wird sich als Erster mit der wahren Volksmusik beschäftigen. All diese Komponisten haben etwas gemeinsam: ihre Musik ist nicht nur gut, sondern sie erfreut auch heute noch mit ihren phantasie - und effektvollen Klängen die Menschen genau so wie damals.

Die vier Musiker dieses Konzertes treten seit vielen Jahren gemeinsam im Rahmen der Kirchenmusik von St. Pius (München) auf und beweisen diesmal den Zuhörern, dass sie ebenso erfolgreich auch ein weltliches Programm bestreiten können. Und weshalb nicht?

Das Konzert