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Leben und Werke des Banater Künstlers Stefan Jäger

Banater Künstler Stefan Jäger

 

Zur Person

Stefan Jäger, der große Maler des Banater Volksleben wurde als zweites Kind von Franz Jäger und seiner angetrauten Gattin Magdalena geb. Schuller - in der Heidegemeinde Tschene am 31. Mai im Jahre 1877 geboren und verstarb in seiner Wahlheimat Hatzfeld am 16. März 1962.

Seine zahlreichen Werke und Skizzen sind nicht nur Augenweide, sondern gleichermaßen auch Dokumente und Zeugnisse einer Zeit, in der er und zum Teil auch noch wir - die heute bereits ältere Generation - und mit ihm unsere nächsten Vorfahren - Väter, Großväter und Urgroßväter - gelebt haben. In seinen Bildern und Skizzen werden wir heute recht häufig mancher Vorkommnisse und Begebenheiten im Volkstumsleben gewahrt, die es heute in dieser Form nicht mehr oder vielleicht schon bald gar nicht mehr geben wird. Sozusagen wird nun der große Volksmaler der Banater Schwaben zum Wissensträger volkstümlicher Geschehen, von Sitten und Bräuchen von Vorkommnissen und auch von der alltäglichen Lebensweise der Banater Bauern auf dem schwäbischen Dorfe, die er vor Ort mit Pinsel, Feder und Zeichenstift für uns und für unsere Nachwelt detailgetreu festgehalten hat.

Die Werke des Banater Künstlers gewähren nicht nur einen Querschnitt durch die bäuerliche Alltagswelt, Charakterzügen und Eigenschaften seiner Landsleute sondern auch durch die vielfältige Materialkultur der Banater Schwaben. Mit einer fast wissenschaftlichen Genauigkeit flösst er den kleinsten und unscheinbarsten Dingen Leben ein. Es gibt nichts, was Jäger nicht wert wäre, gezeichnet oder gemalt zu werden. Alle Generationen sind vertreten, doch nie ist eine Gestalt individuell herausgehoben, alle sind organisch in die Handlung des Bildthemas hineinverpflanzt. Im Werk des Heimatmalers St. Jägers haben besonders die Volksfeste und die Bräuche der Banater Schwaben einen zahlreichen Niederschlag erfahren.   Da wäre z.B. die Kerwei, das Erntefest und Maibausetzen, die Hochzeit und Taufe, der Christkind-Engel und der Belzebub, das Silvesterständchen, die Faschings- und Trachtenbälle, die Mußestunden einer Spinnstube, die Kartenpartie, die Plauderstündchen auf der Gassenbank und die zahlreichen Tanzunterhaltungen in den Wirtshäuser, die Hora im Freien, die Heimfahrt nach der Assentierung mit der Anmerkung "Taugliche und Rippenfaule", die Schulprüfungen und Abschlussfeiern, die Komödianten aus einem schwäbischen Dorf, die Schlittenfahrt im Winter und zahlreiche andere typische Banater Dorfszenen. Dabei wurde nicht nur das Zeremoniell des Brauches in allen Einzelheiten notiert, vielmehr galt die besondere Aufmerksamkeit des Malers immer auch der Festtagstracht, die er in aller Farbenpracht und Schönheit originalgetreu darstellt. Wir erleben so die Vorbereitung, vom sorgfältigen Bügeln der Röcke, vom Anlegen der Tracht und ihrem Prüfen vor dem Spiegel, oder durch den Kennerblick der Mutter oder Großmutter, bis hin zur festlichen Schauausstellung im Dorf...

Die Feldarbeit ist von unserem Banater Volksmaler zu allen Jahreszeiten und sehr vielfältig festgehalten worden. In seinem zweiten Triptychon lässt Stefan Jäger Vater und Sohn die "erste Furche" ackern. In diesem Bild stehen die beiden Bauern im Mittelpunkt, das symbolträchtig drei verschiedene Etappen der Rode- und Aufbauarbeit veranschaulicht.
Teil 1. - Sumpflandschaft, Teil 2. - Urbar machen /Ackern, Teil 3. - goldene Weizenflur.

Dieses stete Einbeziehen von Tracht und Brauchtum in das Bildmotiv, wie wir es bei Stefan Jäger antreffen, können wir bisher bei keinem anderen Banater Künstler wiederfinden.



Malerei

Einwanderung der Schwaben
Furche
Kerweih
Kirchweihmarkt
Kerweihmaedchen
Naeherin
Am Spinnrad
Fertig fuer den Ausgang
Fruehlingsdorf
Hirtenjunge Gaenseliesel
Huehnerhof
Huehnerfuetterung