Wappen

Einladung

Am 19. September 2015 feiert die Heimatortsgemeinschaft Sackelhausen ihr 59. Kirchweihfest mit Heimattag in Reutlingen! Dazu lädt der Vorstand der HOG Sackelhausen alle Landsleute und Freunde der Banater Schwaben recht herzlich ein!

 Programm:
14:00 Uhr
Gedenkgottesdienst und Feier am Denkmal

Gedenkgottesdienst in der Aussegnungshalle auf dem
Friedhof Römerschanze in Reutlingen zelebriert durch Pfarrer Peter Zillich

Musikalische Umrahmung:
Original Donauschwäbische Blaskapelle Reutlingen
Banater Chor Reutlingen
Gesamtleitung: Johann Frühwald

Wir gedenken unserer Toten in aller Welt

Ansprache
Erwin Barthold, Festredner des Geburtsjahrgangs 1955

Anschließend
Kranzniederlegung am Denkmal durch den Jahrgang 1955

17:00 Uhr
Saalöffnung in der Wittumhalle in Reutlingen-Rommelsbach

Fotoausstellung in der Wittumhalle:
"Sackelhausen im Wandel der Zeit"

19:00 Uhr
Einzug der Trachtenpaare und Kirchweihtanz
Grußworte der Ehrengäste

Anschließend
Kirchweihtanz für alle bis 1:00 Uhr

Übernachtungsmöglichkeiten unter: www.start-reutlingen.de

Trachtenpaare sollten sich bei Erich Buchmann (07121 / 579312 oder 016092866322) oder
bei Anni Uitz (07121 / 320270) – abends oder am Wochenende melden.

Damit am Fest alles klappt, wird vorher geprobt.
Die Proben finden im Gemeindesaal der katholischen Kirche in Reutlingen – Betzingen
am Freitag, dem 11. September und am Donnerstag, dem 17. September, jeweils um 17.00 Uhr statt.
Bitte Turnschuhe mit weißen Sohlen mitbringen.
An diesen Tagen finden ab 19.30 Uhr die Chorproben statt.

Wir hoffen auf zahlreiche Teilnehmer und freuen uns auf ein frohes Fest.

Der Vorstand

Gedenkgottesdienst/Kranzniederlegung Friedhof Römerschanze Reutlingen

Ansprache Dr. Erwin Barthold, Festredner des Geburtsjahrgangs 1955

Liebe Landsleute, liebe Freunde, sehr verehrte Damen und Herren,

Gemäß einer jahrzehntelangen Tradition haben wir uns heute wieder hier in großer Zahl zusammengefunden, um das Fest der Kirchweih zu feiern, dabei schöne Erinnerungen mit Freunden und Landsleuten auszutauschen, alten Weggefährten, die nicht mehr unter uns sind, zu gedenken und schließlich einen festlichen Ausklang des Tages zu gestalten.

Die Akteure des heutigen Tages sind die Mitglieder des Jahrgangs 1955 aus Sackelhausen, für die ich hier stellvertretend ein paar Worte an Sie richten darf. Wir sind heute nicht mehr vollzählig vertreten, ein paar sind leider viel zu früh von uns gegangen. Es ist mir ein Anliegen, sie hier namentlich zu nennen, denn schließlich haben wir eine lange und schöne Zeit miteinander in Sackelhausen verbracht. Es sind, in alphabetischer Reihenfolge: Peter Becker, Franz Donath, Wendelin Düpree, Theresia Hedrich geb. Ott, Peter Kühn, Harald Ott, Friedrich Zimmermann. Liebe Freunde, wir wissen nicht so genau, wo Ihr euch jetzt befindet, aber seid gewiss, dass unsere Gedanken am heutigen Tage bei Euch sind.

Im Laufe der Jahre ist an dieser Stelle sehr viel oder vielleicht auch alles gesagt worden, was es zu diesem speziellen Tag zu sagen gibt. Das zentrale Thema war und ist das Gedenken und Ehren unserer Verstorbenen, eng verbunden mit der anschließenden Kranzniederlegung am Denkmal. Ich möchte diese Rednertradition nicht grundsätzlich verlassen, möchte aber etwas weiter ausholen und den Begriff der Verstorbenen ausweiten auf unsere Ahnen, also auf alle diejenigen, die mit der Geschichte von Sackelhausen direkt verbunden sind. Und wie kann man die Ahnen besser ehren, als ihren Weg zu reflektieren und ihre Leistungen zu würdigen? Ich möchte also in groben Zügen die Stationen unserer Vorfahren, die Meilensteine in unserer Entwicklung, herausstellen und so mit Ihnen eine kleine Zeitreise unternehmen.

Eine Zeitreise ist eng mit dem Begriff Zeit verbunden, und ich meine hier die Zeit, wie sie jeder einzelne von uns erlebt, nämlich als das Fortschreiten der Gegenwart, von der Vergangenheit kommend zur Zukunft hinführend. Ich werde nun versuchen, unsere Geschichte in diese Definition der Zeit einzubetten, indem ich Sie bildlich von unserer Vergangenheit in die Gegenwart führe und einen kurzen Ausblick in die Zukunft gebe.

Wenn wir uns ca. 250 Jahre zurückversetzen könnten an den Punkt mit den geographischen Koordinaten 45°5` Nord / 21°6` Ost, was würden wir da sehen können? Einen kleinen Ort mit ein paar Häusern, bewohnt von den damals dort ansässigen Rumänen. Von Westen her kommen sternförmig deutsche Siedler aus unterschiedlichen Gebieten, Gebiete, die zum Teil für die Gassen des neu entstehenden Dorfes namensgebend waren: z. B. Luxemburg, Lothringen, Mainz oder Schwarzwald. Diese Menschen hatten ihre Heimat verlassen, ihre Existenz aufgegeben, und hatten sich auf eine in dieser Zeit sehr risikoreiche, gefährliche und beschwerliche Reise begeben, hin zu dem gelobten Land, das man ihnen versprochen hatte und das sie sich selbst erhofften. Nach Wochen voller Entbehrungen kamen sie an, und ich kann mir gut vorstellen, dass der eine oder andere angesichts der öden Landschaft, die er dort vorfand, ernüchtert und desillusioniert war. Aber, meine Damen und Herren, es sind nicht die Zaghaften und Ängstlichen, die solche Entscheidungen treffen, es sind in der Regel die Mutigen, die Visionäre. Und so mag es auch in diesem Fall gewesen sein, denn sie begannen mit Eifer und starkem Willen, sich dieses neue Land buchstäblich zu unterwerfen. Das hat viele Opfer gekostet, aber das Ziel, sich eine neue Heimat zu schaffen, wurde konsequent verfolgt. Und so lief hier in der Folge etwas Wunderbares ab, nämlich eine Verschmelzung von Kulturen und Sprachen bzw. Dialekten, die schließlich als Produkt den Banater Schwaben und hier speziell den charakteristischen Sackelhausener Typus mit seinem unverwechselbaren Dialekt hervorgebracht hat.

Es ist schwer zu sagen, wann genau dieser Prozess abgeschlossen war. Für uns spielt es auch keine Rolle mehr, und es würde uns nicht mehr in den Sinn kommen, unsere Sacklaser Landsleute nach ihren geographischen Wurzeln einzuordnen. Dies spricht für den hohen Grad der Assimilation, für das 100 %-ige Aufgehen der einzelnen Kulturen in dem Gesamten, das wir danach unser Sacklas genannt haben.
Das Jahr 1765 markiert den Anfang dieses Prozesses. Bis zur 200-Jahrfeier im Jahre 1965, die ich selbst bereits aktiv miterlebt habe, lebten also etwa 8 Generationen unserer Landsleute in Sackelhausen. Viele von uns können ihre Herkunft bzw. die ihrer Vorfahren über Stammbäume (sogenannte Ahnenpässe) genau zurückverfolgen, und es wird deutlich, wie von Generation zu Generation eine zunehmende Durchmischung stattgefunden hat, bis schließlich die geographische Herkunft keine Rolle mehr gespielt hat und alle nur noch Sacklaser waren.

Wie sich das Leben im Dorf abgespielt hat, können wir über historische Quellen gut nachvollziehen. Es war ein einfaches, bescheidenes Leben, oft geprägt von Entbehrungen, Krankheiten usw.. Die Männer waren in der Regel Bauern, die Frauen für den großen Haushalt und oft recht große Familien zuständig. Größere Einschnitte von historischer Bedeutung gab es über lange Zeit nicht. Dann aber, Anfang des 20. Jahrhunderts, also etwa 150 Jahre nach der Einwanderung, der erste Krieg, 20 Jahre später der zweite Krieg. Sie brachten unendliches Leid, Flucht und Tod. Danach war nichts mehr so wie es vorher war. In vielen Häusern wohnten fremde Menschen, durch Enteignungen war die Lebensgrundlage verloren gegangen. Damit nicht genug, für viele folgten Verschleppung und weitere Diskriminierungen. Und für alle gab es ein neues politisches System, das sich sehr nachhaltig auf das Leben der Dorfgemeinschaft ausgewirkt hat. Die Zeit dann, die meine Generation als Kinder erlebt hat, war geprägt von einer relativen Stabilität, nicht gerade von üppigem Wohlstand, und ich denke, ich spreche da für viele, wenn ich diese Zeit, so etwa um die 200-Jahrfeier, als eine für uns glückliche Zeit bezeichne. Wir waren 10 Jahre alt, die Welt war in Ordnung, Probleme hatten wir nicht. In der Erinnerung herrscht eine Idylle vor, die alles Negative überflügelt hat.

Em Sommer han die Leit am Sonntach Mettach of der Gass vorm Haus gsetzt, em Schatte von de Akazebeem…a laues Lüftche es dorch die Bledder gang, on alles wor so ruhig, dass mer nor die Weiwer verzähle gheert hat…on oweds wann se ham gang sen, han se alle Neiigkeite vom Dorf gewesst, so wie wann de Gibsam getrommlt hätt…

Eine große Rolle hat im Leben der Sacklaser immer die Kirche gespielt, was man auch an deren zentraler Positionierung im Dorf ablesen kann. Die folgenden Worte eines mir unbekannten Autors beschreiben auch die Situation in Sackelhausen sehr gut: „Jahrhundertelang ragt der Turm unserer Heimatkirche zum Himmel empor als stummer (…) Zeuge vergangener Tage. Mochten die Zeiten noch so schwer sein, die Heimatkirche spendete Trost, einte und versöhnte. Sie war der Väter trauter Freund in Lebensleid und Lebensfreud, in gellender Feuersnot, in donnerndem Kriegsgedröhn, in lieblichen Friedenstagen, im Leben und im Sterben. Was sie den Vätern war, sei sie immerdar auch uns den dankbaren Söhnen“. Entsprechend ihrer Bedeutung war der Kirche denn auch eines der größten Feste des Dorfes gewidmet, nämlich die Kirchweih, die wir auch heute noch hier feiern. Und wer das früher mal erlebt hat, wird sich immer gern daran erinnern. Denn die Kirchweih war nicht im einfachen Stil oder gar ärmlich, nein, da zeigten die Sacklaser, was sie auf die Beine stellen konnten. Drei Tage dauerte das Fest, jung und alt waren beteiligt, aktiv oder passiv.

Em Mittelpunkt wore di große Meed on Buwe…die Meed met ehre scheene bunte schwowische Kiddler, die Hoor engedreht, die Buwe met`m Hut, de wo die Meed scheen verpotzt han - so sen se dorch`s Dorf gang, voraus die Vortänzer met`m Kerweihstrauß, dann die Nohtänzer on hinne dran a langi Reih von Kerweihpaare; am Schluss de Schmitz Hans met der Musik, mei Vatter hat die Trommel gschlaa…on an jedem Ecke han se a Kerweihsteckelche gspillt… Leit, des sen Bilder, die vergesst mer net…

Doch die Idylle bekam Risse. Der Krieg und die folgenden Verschleppungen hatten ihre Spuren hinterlassen. Einige der Geflüchteten waren nicht zurückgekehrt, sie waren in Deutschland oder Österreich geblieben. Die neue politische und soziale Situation machte die Sacklaser unzufrieden. Die „Deutschländer“ kamen zu Besuch und öffneten den Blick in eine Welt, die in der Folge verklärt und zum Ziel der Familienzusammenführung wurde. Erste Ausreiseanträge wurden gestellt und bewilligt. Zuerst waren es 2-3 Familien pro Jahr, und die Zahl der irgendwie getrennten Familien wuchs stetig. Und es kam eine Entwicklung in Gang, ähnlich einem Vulkan, der unterirdisch über Jahre brodelt und schließlich in einer gewaltigen Eruption an die Oberfläche strebt. Anfang der 80-er Jahre gab es dann kein Halten mehr, alles war in Bewegung nach Westen. Sei es aus politischen, aus materiellen, ideologischen oder familiären Gründen, oder auch nur aus der Angst heraus, die letzten zu sein oder allein zu bleiben, alle wollten weg, und sie schafften es. Innerhalb von wenigen Jahren war der Prozess abgeschlossen, Sacklas wurde zurückgelassen, verlassen, mit Tränen in den Augen der Ausreisenden, der Rückkehrer in das Land der Ahnen.

„Mir han de Pass“!...hörte man damals häufig. Die Freude war groß, alle Probleme gelöst. Genau wie unsere Vorfahren 200 Jahre zuvor haben wir unser Hab und Gut in ein paar Kisten gepackt, alles hinter uns gelassen, Haus, Hof, Freunde, Verwandte, aber auch soziale Beziehungen und Geborgenheit. Der Weg zurück war nicht so beschwerlich. In dem einen oder anderen Fall mag es bei der Ankunft trotzdem Ernüchterung und Desillusionierung gegeben haben. Diesmal nicht wegen der öden Landschaft. Nein, es war die andere, neue Welt, die wir so ersehnt hatten und die jetzt irgendwie doch nicht die unsere war.

Wie speziell in meinem Fall ist es sicher vielen anderen auch ergangen: Ankunft in Frankfurt/Flughafen…Sonntag Nachmittag…Was sollen wir jetzt tun?...Die Brücken hinter uns abgebrochen, vor uns keine Brücke in Sicht…Wir warten… Aber auf was?...Auf wen?...Leute kommen mit einem LKW, offene Ladefläche…Für uns…Am Sonntag Nachmittag…Zum Bahnhof…Uns in den Zug gesetzt, Richtung Nürnberg…Im Lager ein kleines Zimmer…Abend… Müde…Der erste Tag in Deutschland…Er war geschafft…Am nächsten Tag erste Schritte in die Stadt…Supermarkt…Eingekauft…Natürlich das Falsche, Essen fiel aus…Irgendwann wieder im Zug…Richtung Rastatt…Die alte Kaserne dort war auch kein Hotel…Nur ein paar Tage…Endlich in Reutlingen…Am Ziel. Dann irgendwann Arbeit…Schule…Woher kommst du?...Ah, Rumänien...Wie lange bleibst du hier? Die Frage verstehe ich nicht…Wieso sprichst du so gut deutsch?...Ich denke: blöde Frage, na weil ich Deutscher bin. So richtig verstanden hat das keiner. Nicht nur den Sinn, manchmal auch nicht die Worte. Ich spreche doch deutsch, werde nicht immer verstanden. Es ist nicht unser Deutsch, das hier gesprochen wird. Ich bin unsicher…Der erste Aufsatz…Hoffentlich fällt er nicht so schlecht aus…Er wird als gutes Beispiel vor der Klasse vorgelesen…Danach höre ich immer öfter den Satz: „Lass mich doch mal abschreiben“…Das Eis war gebrochen, ich gehörte dazu…

Das war meine Geschichte. Jeder von uns hat seine eigene persönliche Geschichte, und jeder hat seine persönlichen Erfahrungen gemacht. Wir alle mussten uns durchbeißen, durchsetzen, unseren Weg finden. Der Aufbau der neuen Existenz hat in den meisten Fällen hervorragend funktioniert. Und ich behaupte, meine Damen und Herren, da war es wieder, das durchschlagende Gen der Mutigen und der Visionäre, das schon unseren Vorfahren den Aufbau von Sacklas ermöglicht hatte.

Wir haben uns durchgebissen, durchgesetzt, haben uns ein neues Heim geschaffen. Wir haben es also geschafft… Haben wir das wirklich? Nach welchen Kriterien können wir das bewerten? Es geht uns gut…Ja, das ist wichtig. Wir sind materiell versorgt. Ist auch wichtig…Aber, meine Damen und Herren, was sagt unser Gefühl? Ist da auch alles geschafft? Wir haben unsere Heimat eingetauscht gegen etwas, das wir jetzt nach der langen Zeit endlich auf den Prüfstand stellen müssen. Haben wir also eine neue Heimat gefunden? Was meinen wir, wenn wir von Heimat sprechen? Sozialwissenschaftler schreiben der Heimat eine räumliche, zeitliche, soziale, kulturelle und emotionale Dimension zu. Übertragen auf unser Verhältnis zu Sackelhausen bedeutet das: Wir haben dort gelebt, über mehr oder weniger lange Zeit, waren fest verankert in dem sozialen Gefüge, mit allen kulturellen Aspekten, und wir haben aus alldem unsere Identität als Sacklaser und später auch das unvermeidbare Heimweh abgeleitet. Ein eindeutigeres Statement für ein Bekenntnis zur Heimat wird schwer zu finden sein. Die Verbundenheit ist manchmal so tief verwurzelt, dass man Zweifel haben kann, ob je ein anderer Ort der Welt reelle Chancen haben wird, diesen Platz als Heimat zu ersetzen.

Ich persönlich war lange Zeit der Meinung, dass ich mit Sacklas nichts mehr zu tun hätte…und dass meine Lebensmitte doch inzwischen woanders sei. Das hat gestimmt…und auch nicht. Als ich gefragt wurde, ob ich hier die Festrede halten würde, hatte ich Zweifel, ob ich denn etwas Vernünftiges zu dem Thema sagen könnte, etwas, hinter dem ich auch stehen kann. Und je mehr ich mich damit beschäftigte, um so klarer ist mir geworden, dass es in diesem Fall mehr als eine Wahrheit gibt. Auch nach 45 Jahren ist es nicht vorbei, es ist manchmal so nah, als wär`s gestern gewesen. Und dieses Bekenntnis ist nicht Verharren in der Vergangenheit oder mangelnde Anpassungsfähigkeit an die Gegenwart und die Realität. Es ist für mich eine Reise in meine persönliche und unsere gemeinsame Vergangenheit, wo ich Menschen treffe, die gleich sprechen, gleich fühlen, ähnliche Erfahrungen gemacht haben und viele gemeinsame Erinnerungen haben, also eine Reise in die Zeit, an die wir alle gelegentlich mit Wehmut zurück denken. Diejenigen Landsleute, die das anders sehen und sich damit nicht mehr beschäftigen wollen, mögen mir die gelegentlichen Verallgemeinerungen verzeihen…

Aus unserer Geschichte heraus haben wir jetzt aber auch die Pflicht, eine neue Heimat anzuerkennen, die geprägt sein sollte von der Toleranz, die alte Heimat in uns weiter leben zu lassen. Also lassen wir die Gefühle an die Vergangenheit in uns schwingen und uneingeschränkt leben, denn dies gibt uns die Chance, auch unsere Wahlheimat als echte Heimat zu sehen, und ich bin der Ansicht, dass man den Begriff tatsächlich auch doppelt vergeben kann. Nur durch die Synthese aus beiden wird aus dem Dualismus ein für die Zukunft tragfähiges Gebilde entstehen können. Also leben wir in unserer neuen Heimat und bewahren die alte in uns. Geben wir unsere Erinnerungen weiter, erzählen der jungen Generation von früher, denn auch unsere Geschichte enthält alles Denkbare an Abenteuern und würde jedem Autor genügend Stoff für Romane bieten. Und genau wie der Held in Marcel Prousts Roman „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ erkennt, dass die Vergangenheit einzig und allein in seiner Erinnerung bewahrt ist, und dass die Vollendung nur darin besteht, diese durch Niederschrift der Nachwelt zu hinterlassen, so müssen auch wir erkennen, dass darin vielleicht auch unsere einzige Chance auf eine gemeinsame Zukunft in der Sacklaser Gemeinschaft besteht. Nur so wird vielleicht in 100 Jahren ein junger Mensch noch sagen können: „Ich sen aach a Sacklaser“.

Fotoausstellung in der Wittumhalle

"Sackelhausen im Wandel der Zeit"

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Kirchweihfest - Wittumhalle Reutlingen