Wappen

Wallfahrt nach Ave Maria in Deggingen

Wallfahren ist ein alter Brauch der Banater Schwaben, ein Brauch der auch in der neuen Heimat seine Fortsetzung gefunden hat, hier her „transplantiert“ wurde.
Wallfahren heißt, sich gemeinsam auf den Weg machen. Wo Menschen zusammenkommen, da ist auch Kirche.

Seit vielen Jahren organisiert die HOG Sackelhausen im Wechsel mit dem KV Reutlingen der Banater Schwaben jährlich eine Wallfahrt nach Ave Maria in Deggingen.  Der Kreisverband Heilbronn hat sich diesen Wallfahrten angeschlossen, so konnten am Samstag, dem 27.Juni 2009  etwa 150 Teilnehmer gemeinsam diesen beliebten Wallfahrtsort im Oberen Filstal aufsuchen, um in der Stille zu beten und zugleich die erhabene Kunst der Vorzeit zu bewundern.

Die Wallfahrtskirche, nach den Anfangsworten des Biblischen Grußes „Ave Maria“ genannt, wurde vom Jahr 1716, dem Jahr der Befreiung Temeswars von den Türken, bis 1718 erbaut und ist ein Kleinod des deutschen Spätbarocks. Von mächtigen Linden umstanden, fügt sie sich mit der Umgebung zu einem Landschaftsbild von seltenem Reiz.

Die volle Schönheit dieser Kirche, zeigt sich erst im Inneren. Reiche Stuckornamentik und kunstvolle Gemälde verherrlichen das Geheimnis der zur göttlichen Mutterschaft mit Gnaden erfüllten Jungfrau Maria. Prunkstück von Ave Maria ist ihr Hochaltar. Gleich einer Monstranz von lobsingenden Engeln belebt, birgt er in seiner Mitte das Gnadenbild. Schöpfer dieses Meisterwerkes sind die Degginger Bildhauer und Stuckateure Ulrich Schweizer (geb:1674) und Sohn Jakob Schweizer (geb.1700). Sie erstellten auch die anderen Stuckarbeiten der Kirche. Die großen Figuren auf dem Kranzgesims sind Kirchenväter, deren Schriften in besonderer Weise den Preis Mariens verkünden. Die Freskogemälde sind das Werk von Josef Wannenmacher (1722-1780). Das große Ovalgemälde hat als Thema die Worte aus dem Buche der Schöpfung:“…er wird dir den Kopf zertreten.“ (gen. 3,15). Durch List und Verführung bricht das Böse in die Schöpfung Gottes ein. Der Nachkomme einer Frau wird der Überwinder sein. Der Menschheitsbaum, von der Sünde verwundet, aber nicht bis in seine Wurzeln vernichtet, bringt als eigentliche Krone die Frau hervor, die mit ihrem Fuß den Kopf der Schlange zertritt. Die Bilder der Seitenaltäre und das Verkündigungsbild auf der linken Seite stammen von dem flämischen Künstler Martin von Valckenborch (1535-1612). Rudolf von Helfenstein (1560-1601) brachte diese Bilder aus Rom mit und stiftete sie Ave Maria.
Als wahrhaft königliche Frau, voll Anmut und Schönheit, erscheint diese spätgotische Madonna. Das Kind mit beiden Händen umfassend, will diese Frau nichts anderes sein als Mutter: dem Kind und jedem, der vertrauensvoll zu ihr kommt. 

Mit der Schubert Messe umrahmte die Original Donauschwäbischen Blaskapelle und der Banater Chor Reutlingen den feierlichen Gottesdienst, zelebriert von Pater Norbert Schlenker vom Kapuzinerkloster Ave Maria.

Wallfahrtskirche Ave Maria
Seitenansicht
Altarraum
Maiandacht
barocke Schönheit
barocke Schönheit
reiche Stuckornamentik
reiche Stuckornamentik
Altarraum
Gnadenbild
Empore
die Orgel
kunstvolle Gemälde
Wallfahrer
Wallfahrer
Wallfahrer bei der „Sieben Schmerzen Kapelle“