Wappen

`s Sacklaser "ä"

                                                      von Ilse Pohr

 

 In anre Derfer hascht`s "ja" oder "jo"

 nor in Sacklas saat mer des so:

 a abg`hacktes "ä" zwischen "ä" un "e"

 kurz un bindig un net meh(r).

 

 Erfun hat`s ganz bestimmt a Mann

 weil kerzer kann mer nix mi saan,

 wann mer met irgendwas inverstan is

 a "ä" macht des ganz gewiss.

 

 Hört mer irgendwo de winzige Laut

 geft sofort in die Richtung g`schaut;

 weil for alle anre is des schwer

 perfekt "ä" saan, kann net irgendwer.

 

 Do muss mer in Sacklas gebor sin

 oder misse zwanzig Johr vergehn

 bis mer des orndlich ausdricke kann

 de " richtige Sacklaser" erkennt mer dran.

 

  Dass `s "ä" bald aussterbt, des is schad;

  awer jetz geft`s immer weniger g`saat.

  vielleicht noch a Generation zu mei`m Verdruss

  drum han ich`s noch ofgschrieb, korz vorm Schluss.

 

 

 

             Kerweih in de 70..er

                                                         von Ilse Pohr, Kornwestheim

Kerweih in de 70..er Johr`
Was for a scheeni Zeit des wor!
Mer hat`s schon sehr lang vorher geroch
Un tächlang gearweit ununerbroch.


De Gang is rot angstrich gen
Die Kin(d)er han fast of`m Kopp misse gehn
Die Vorhäng gewäsch, de Kranz gemach
Des wor alles a sauwri Sach.

De „Grien“ gerieb un zum „Schrecke“ `nausg`stellt
`s Hinkl geroppt un die „Kittäppl“ g`scheelt,
De Kuche geback un hibsch verzeert
Die Bäm geweißelt un die Gass gekehrt.

Die Kerweihbuwe han`s Fass verputzt derweil
Ka Schießbam wor ne vor des zu steil
Do han se die beschte Näscht runerg`hol
Die Musikantebihne hergericht wie mer soll.


De Kerweihvatter hat sich um Bier un Wein gekemmert
Newer`m Lutz Petr seim Haus a „Schenke“ gezemmert
Alles hat er uner Kontrolle g`hat
Drei Täch im Johr wor Kerweih ang`saat!

Dann wore die Unerkittler g`sterkt un geputzt jeder Schuh
`s bescht Hemed gebigelt for jede Kerweihbu
In der Wuch vorher..wor soviel zu tun
das vorm Hochamt wor kei Zeit zum Ruhn.

Sonntagsmorjet`s, kaum han die Kokosche ufg`hert zu krähn
Han die Keerweihmäd misse de Hut ham tran gehn.
An a solche Kerweimorjet , so a Gang
Kann mer wohl denke sei Lewe lang.

So was Feierliches wor in der Luft
Spannung, Erwartung un Asternduft
`s Herz hat am ganz scheen laut gekloppt
Awer um nix in derWelt hätt mer so was g`stoppt

`s erscht is no de Marsch dorch`s Dorf komm
Vom Vortänzer zur Vortänzersch oder anerscht rom
Mit unsrer Blechmusik stramm un stolz
G´schnitzt aus echt`m Schwoweholz.

No`m feschtliche Hochamt mi(t)m Pfarrer un Chor
Hat kaner me(hr) viel Zeit verlor
Derham wor jeder Tisch gedeckt
Un in jedem Haus hat`s vorzüglich g`schmeckt.


Am Fass is alles no ganz feschte Regle gang
Vom Vortanz bis zum Tellertanz de Sonntag lang
`s Kerweihstickelche wor so schnell un laut
Nimm`l die Mamas han so schnell g`schaut

Die Freud wor jedem ins G`sicht gschrieb
wär`s doch länger so geblieb.
Mer hat die Kerweih g`heert , geroch g`sieh un g`schmeckt
Sogar die Katze han sich noher die Pfötcher geleckt.


Ja`s wor Leweslust un Frohsinn pur
For Leib un Seel so wie a Kur
Un die brauch mer immer a hier un heit
Drum feire mer weiter liewe Leit!

 

 

 

 

Die Wallachsch`-Gass

                                                  von Margarethe Mayer, geb. Glatt, Pfullingen

„Wallachschgass’“- du einzige auf der Welt

Du bist die Gass`- die uns gefällt.

Anfangs ein bischen gebogen,

Dann aber gerade- wie eine Linie gezogen.

 

„Wallachschgass`“, du bist lang und breit.

Man sieht durch dich ungehindert weit,

Ein Kreuz ist das Zeichen dein,

Es soll unser aller Beschützer sein.

 

„Wallachschgass`“- du auserwählte Erd`,

Schon die Wallachen kannten deinen Wert.

Bevor unsere Ahnen nach Sacklas kamen,

in den Boden sie säten den Samen.

 

„Wallachschgass’“,- du gesegneter Platz.

Die kleine Kirche war ein kleiner Schatz.

Darin beteten und sangen die Leute,

Erfüllt von Demut und Freude.

 

„Wallachschgass’“, - du hattest einen Friedhof auch.

Man ließ deine Toten ruhen nach Brauch.

Den geplanten Brunnen man nicht grub,

Als man die Kunde vom Großvater erfuhr.

 

Siebzehnhundertneunundsechzig (1769)

Da kam die Wende so plötzlich:

Die Wallachen zogen aus dem Ort

Von ihrer trauten Heimat fort.

 

„Wallachschgass’“- jetzt wurde anders dein Gesicht:

Deutsche Menschen scheuten Müh` und Arbeit nicht.

So entstand jahrein,  jahraus

Manch schmuckes Schwabenhaus.

 

„Wallachschgass’“- du warst einst einen blühende Gass’.

Der Wirt schenkte roten Wein vom Fass.

Der „ Schroder“ mahlte den Mais so fein,

Damit zu Weihnachten fett wird dein Schwein.

 

Für das leibliche Wohl sorgten zwei:

Der Metzger und der von der „Rackibrennerei“.

Zucker, Salz, Lichtgläser und Wichs,

Gab es im Gschäft „am Eck“, beim Schmitz.

 

In Hof und Haus manch Schmuckstück stand,

Gemeistert von Tischlers oder Wagners Hand.

Wollte der Bauer seines Pferdes Wohl,

Kehrte er ein beim Schmid- jawohl!

 

Der Korbflechter benützte die beste Weide,

Der Rasierer hatte Hände wie Seide.

Wolltest du am Abend gehen zum Tanz,

Machte der Schuster die Schuhe dir ganz.

 

Den schönsten Hut fertigte der Vater mein.

Spiegel, Bänder und Blümchen fein

Zierten den Hut zum festlichen Tag,

Zur „ Kerweih“, die jeder gern mag.

 

Für Stimmung sorgten die lustigen Musikanten.

Viele Namen sind es die wir fanden.

Hört ihr die bekannten Töne in den Ohren?

Ich glaube die sind für die Musik geboren.

 

„Wallachschgass’“, deine fleißigen Frauen seien hier auch genannt,

Überall als tüchtig, auch auswärts bekannt.

Die flinke Malerin mit sicherer Hand

Zauberte Rosen, wie lebend, an die Wand.

 

Die Fratschlerin mit frischer Milch von der Kuh,

Salat, Spinat, Erbsen und Zwiebeln dazu,

Brachte all die frischen Sachen

In die Stadt, um Freude zu machen.

 

Frauen und Mädchen trugen Kleider so schick,

Geschneidert von der Näherin mit großem Geschick.

Jacken, Strümpfe und Westen so warm

Strickte die Meisterin für Reich` und Arm`.

 

Und was deine Lehrerin dich lehrte

In jungen Jahren,

War für dich ein Segen,

Das hast du erfahren!

 

Die Zeit verging man merkte es kaum

Und unerfüllt blieb mancher Lebenstraum.

Man überlegte lange hin und her,

Was für uns Schwaben das Beste wär`.

 

In den 80er Jahren schlug die entscheidende Stunde:

„Ins Ahnenland zurück“, hörte man aus vieler Munde.

Die Deutschen zogen aus dem Ort,

Von ihrer trauten Heimat fort.

 

„Wallachschgass’“,- jetzt wurde anders dein Gesicht,

Doch das gefällt uns allen nicht:

So zerfällt jahrein, jahraus

Manch’ schmuckes Schwabenhaus.

 

„Wallachschgass’“,- was ist aus deinen Kindern geworden?

Sie sind gut geraten, mach dir keine Sorgen.

Überall stellen sie ihren Mann,

So, dass man sich mit ihnen freuen kann.

 

„Wallachschgass’“,- wir denken heute an unser Zuhaus’-

An all die Lieben- an unser Elternhaus.

Im Traum sind wir oft bei dir-

Das glaube uns allen, - besonders mir.

                                                     

 

 

So wichtig wird des Eiropa net sin……

                                                         von Johann Katzenmayer, Marchtrenk

 

Der Seppi is aus der Schul hemkomm,

Sei Mutter hat g’schennt: „Des is schon zu domm!“

Sie war schon ganz wiedich un hat ne g’froot:

„Wieso kommst heit schon wieder so spoot?

Mir han uns schon bal’die Aue rausg’schaut,

net eemol bist doo, wann’s zu Mittach laut’t !“

 

Der Seppi kreischt: „Ich kann a nix derfor,

wel ich heit schon wieder in’g’sperrt wor!

Unser Ow’lehrer hat g’saaht, ich muß sitze bleiwe

un ich muß noch z’erscht mei Stroof abschreiwe!“

 

Doo froot sei Mutter: „Bischt du dann so schwach,

dass du e Stroof muscht kriehn, schon alle Taach?

Was hast dann heit schon wieder net gekennt?“

Do saat der Seppi: „Unser Lehrer der spinnt!

Ich hätt ihm weise solle heit,

wo uf der Landkart Eiropa leit.

Ich sin mit’m Finger rumgfahr, mol nuner mol nuf,

awer uf der Landkart, doo wor Eiropa net druf!

 

Doo saat die Mutter: „Mei armes Kind,

doo han ich dich heit umsonst verschennt?!“

„Eier Lehrer is werklich e armer Tropp,

bei dem is etwas net richtig im Kopp!

Statt das er Eich etwas G’scheites tätt leere,

tut er Eich doo mit der Landkart sekkiere!

Sooo wichtig wird des Eiropa net sin,

dooo kommst doch die Lewe lang net hin!“

 

 

 

MAIANDACHT

                                      von Gertrud Lauer, Reutlingen

 

Hörst du nicht die Kirchglocke läuten?

Sie läutet zur Maiandacht!

Schon rennen die Kinder vom Spielen

Und eilen zur Kirch um halb acht.

 

„So warte mein Kind doch ein Weilchen-

ich gebe dir Maiglöckchen mit!

Maria soll treu dich geleiten“,

so Großmutters flehende Bitt.

 

Sie bückt sich und pflückt aus dem Garten,

ein Sträußchen, und manchmal auch mehr.

Die schönsten der lieblichen Blüten,

die bringst du Maria zur Ehr.

 

Dann strömen die Kinder in Scharen

Aus allen den Gassen hervor.

Sie singen ergreifende Lieder

Und rühmen Maria im Chor.

 

Als bald dann die Andacht zu Ende,

der Priester den Segen schon gibt,

erhebt man zum Kreuz noch die Hände

und runter geht’s treppengeübt.

 

Und draußen vorm Kirchtor versammelt,

geht’s heimwärts die Straßen hinauf.

Wer nimmt da nicht gerne den Umweg

Für Schwätzen und Freunde in Kauf.

 

Maria, dir wollen wir danken,

du standest uns immer zur Seit,

als wir noch verharrten in Schranken,

nicht frei waren, frei so wie heut.

                                               

 

 

 

Ach, woor des scheen…

von Katharina Müller, Waldkraiburg

 

Als Rentner, do hat mer zum Nodenke viel Zeit

un mer kommt so zur Erkenntnis,

„wie scheen wor doch unsere Keendheit!“

Zwa-drei Keener in fascht jedem Haus

sen mr a net groß gen en Saus un Braus.

Do han die Große uf ihr klenres Gschwister misse owacht gen.

Es wor awer nie langweilig, es is jo immer was Neijes zu entdecke gewehn.

Wann mol es Friehjohr es komm

no wor iwerall neijes Lewe om dich rom.

Die Obstbeem han dicke Phothe grieht

un han später no weiß un rosa geblieht.

Do han no die Biencher dreen rum g’summt un g’zurrt, sen fleißig geween,

die Veegel han g’schleppt ihr Neschter gebaut un gezwitschert gar scheen.

Speeter, no han geblieht dr Schneeballestrauch, dr Hollerbusch

un de Flieder weiß un bloo,

dr Kuckuck hat geruf, dr Baampäcker hat gekloppt,

die Hellerpombeller sen gfloh.

Dr Laabfrosch hat gekwackt un es schwer zu entdecke geween,

er wor jo gut getarnt, grat wie’s Laab, ganz grien.

Die Schwälchmer die em Herbscht wore fort g’floh,

em Friehjohr wore se nochmol do.

Sie han ihr Nescht em Stall an eem Balke gebaut

do han no dr Brutzeit emmer 3-4 hungriche Schnäwelcher

iwer de Neschtrand raus gschaut.

Die Großi hat g’saht, daß die Schwälmcher Glicksbringer oder gar heilich sen

tut m’r ne etwas zu leed, no tet die Kuh roti Milich gen.

De Taubert of’m Dach es um Teiwin rum getreppelt

un hat gsung sei: „guguru - rudigugu“.

D’r Storch en seim Nescht of’m Rafang vom Nochberschhaus

hat g’song sei Klapperlied derzu.

Die Katz, ganz schlau, hat ihr Junge versteckelt

uf’m Bodem, im allerletschte Verhau.

Met de Kätzcher, wor des so e Sach,

die wore anfangs Mensche- scheu, han g’faucht un g’spautzt

un e Katzebuckl gemach.

Die Ferkelcher im Stall met ihrem Rengelschwanz, ganz niedlich un rosa-rot

wore immer hungrich ub han noch net gewesst, was em Herbscht ne droht.

Die Entcher un Gänscher kaum dass’se aus’m Ai gschluppt sen komm

sen a schon em Hof rumgewatschelt un em Wassertroch g’schwomm.

D’r Kokoschhat uf’m Meschthaufe gekräht un es rumstolziert

hat sich uner seine Hinkl wie e Bascha ufg’feehrt.

Die Gluck met ihre Hinkelcher, so 18-20 an der Zahl

hat bei jedem Wärmche un Krimelche des se g’fun hat die Junge gelockt

un schnell uner ihre Flitsche versteckelt, wann vom Stoßvogl gedroht Gefahr.

Bischt awer de Gänscher bissi zu nähkscht komm

no hotscht es met em Ganauser zu tun.

Der hat die Flitsche gspreitzt un de Hals gemach, ganz lang

no hascht misse Rilai mache, wel er sonscht zum Angreff iwergan.

D’r Hund wor jo meistens an ener Kett angebun,

sei Aufgab wor gewen zu mele, wann e Fremer in de Hof es komm.

Un wann ne net grat geärjert han sei Fleeh,

no es’r a mol faul vor seim Hundshaus gelee.

Hat met em Au in die Sonn geblinzelt un met dem anre Au uf sei Fresse g’schaut

un owacht gen, dass em jo ke Hinkel etwas dr’vun klaut.

E Hundsmama hat mer natierlich frei rumlaafe geloss,

die junge Hindcher hat Groß un Kleen un alle Nochbersch-Keener glei in ihr Herz g’schloss.

Do hat no e jeder Dudasch sei eigenes Hindche g’hat.

E Botzi un e Ferkelche wore in der Vorkriegszeit

en fascht jedem Haus e „Selbstverständlichkeit“.

No em Kriech un no d’r Enteignung wor Armut im Banaterland,

do wor no die Gees de Milchlieferant.

Die Gees hat jo angeblich de Teiwel erschaff, glei drnoh wie de Herrgott de Adam hat gemach.

Met de Gees’cher zu spiele, wor for uns Keener de scheenschte Zeitvertreib,

die sen iwermietich rum g’kupst, nix wor ne zu hoch, zu breet, zu weit.

Schon als Keener hat m’r uns die Haustiere pflege un schätze gelehrt

un wann die was ang’stellt oder Krach gemach han,

do hat sich keener dran g’steert.

D’r Hahn hat derfe krähe, d’r Hund hat derfe bille

un mir Keener han a schun mol Dreck-bandsche derfe un Krawall mache beim spiele.

Mir han die Entcher geruf met „lili-lili!“

Die Gäns’cher aus der Kaul gelockt met „wuri-wuri!“

Un die Hinkl sen gelaaf komm wann mer geruf „pipi-pipi!“

So e Zwiegespräch met de Haustiere, wär in der heitich Zeit

for unser Enkelskeener e Grund zur Annahme,

met der Oma do stimmt was net, die is nimmi ganz g’scheit.

Unser Enkelkeener die wachse jo jetz uf in der Stadt,

han bestimmt noch nie so kleenes zartes Entche, Gäns’che oder Hingelche

g’schmaichelt un in ihre Händcher g’hat.

E Ai, des kommt jo nor aus’m Karton vom Supermarkt, aus’m Regal.

Han wahrscheinlich noch nie ens aus’koop aus’m Nescht em Hinglstall.

Han ach noch nie des Gegakers g’heert was e Hingl

wann’s sei Ai geleet hat lautstark of’feert.

Mir sen jo noch ufgewachs met de Haustiere uf’m Land in freier Natur

sen im Sommer barwess gelaaf, von Allergie un Haischnuppe, ke Spur.

E Dore im Fuß, e ofgschorbtes Knie, des is schon mol passiert

des hat die Groß-oder die Mutter problemlos kuriert.

Sie hat alles sauwer gemach, druf geblost un g’saat

„Heele, heele Katzedreck, morje frieh es alles weg!“

Uf e eitriche Fenger hat m’r e Specksalve oder zeitiche Parteis drufgetun

un alles met ener sauwer Faatsch zugebun.

Iwer e Pleederche am Au hat mer „Wechscheesser“ g’saht

un „hascht em Pfarre die Griewe g’stohl?“ no hascht e Greendschnees g’hatt.

Hotscht Hunger un e ordentliche Ranke Fettbrot in der Hand g’hat,

no han die Große „die Hand bluht jo!“ g’saht

Un bischt verschrock un hascht welle schaue „Wo?“

Un hascht nor bissi dei Brot schepp ghall, no sin Zwiewelsteckelcher un Parteissteckelcher runer g’fall.

So han die Große met de Keener efter mol Boyatzel gemach!

Mir awer denke trotzdem oft un geere zreck an die Zeit

un bereije ke en- enziche Tach.

 

 

 

 

E Waschtach en Saclas

Von Katharina Müller, Waldkraiburg

 

Liewe Landsleit, heit will ich Eich er’rinnre, un de Englskenner saan was mir frieher so alles geleischt han.

 

Wann for die groß’ Wäsch a Waschtaach an es g’stan, no hat m’r schon e Taach vorh’r d’rmet ang’fang.

F’r Wäsch es emmer noch am beschte es Reenwasser gween un wor mal keen’s vorrätich, no hascht misse um Trinkwasser an de Tiefbrunne gehn.

In die Gieße hat m’r Wasser gepumpt un hem getraa. Im Wenter wor des oft schwierich, net nor well’s kalt wor, retschich wor’s jo manchmol a.

X-mol hascht misse um’s Wasser geh’n. bis d’r Kessel alle Gieße, Kandle und Em’re voll sen geween. Es Wasser em Kessel hat m’r no warm g’mach, die Wäsch nass, eengsaaft un vorb’reit for de nächschte Tach.

Un well m’r jo frieher net eigens a Wäschkich hat g’hat, un em Wenter die mettelscht Kich e’m wor zu schaad, e’s m’r en die Sommerkich oder hinnerscht Kich ausgewich. Morjets hat m’r no em Kessel un em Sparherd tichtich en’ghetzt de Wäschtroch, es Wäschbrett, die Saaf bereit g’stellt, die Hemetsärmel oufgescherzt.

Es Bettsach, Kesseziecher, Bettziecher, die Leinticher wore es erscht an der Reih.

So a Bettziech 160x200 cm rupple, ensaafe, ripple, ausdrehe, des wor schon a richtiche Schinderei.

No em Bettsach e’s die Unnerwäsch, die Heemetter, die Ghatjere, Unerhose, Hantiecher dran komm.

Es Bettsach, es d’rweil for auskoche im Kessel g’schwomm. D’r Kessel es jo meischtens draus im Schopp gstan, do hascht emmer owacht gen misse, dass es Feier net aus es gan. Un well jo em Wenter es Wasser schneller es ausgekiehlt, hat m’r emmer warmes Wasser no’gfillt.

No de Hemeter, Scherzer, Blusme, Kittler wore die Arwetskleider dran, do hascht for de hartneckiche Flecke a schon moll die Worzelberscht han.

Well beim Brennes-rennschleppe beim Esch-naus-tran beim Viech fittre, beim Stengel raffe, beim ausmeschte, egal ob Kuh-, Hinkl oder Schweinstall, es jo a jede Menge treckiche Wäsch ang’fall.

Un wor endlich es letschte Stick gerippelt un ausgedreht met deine schon ganz ruppliche Hänn, no haschts Wasser naus getraa un gschitt newer de Torephoschte en de Renn.

No em zweite mol dorchwäsche, is die Wäsch gleich ens Schwenkwasser komm un dass die Wäsch scheen sauwer schimmert, hat m’r Wäschbloo (Albastrealà) nin getun.

Is es Schwenkwasser ausm Hofbrunne geween, no wor die Wäsch kratzich un es Wasser is ganz käsich gen. Wans awer Trenkwasser wor, no wor de Wäsch flauschich, fast wie met Kuschelweich oder Lenor.

Uf un ab hat m’r die Wäsch dorchs Wasser gezooh un gedrickt, hin un her gschwung un gedreht mit d’r een Hand gepackt, met d’r anr’ ausgedreht un wie a Spirale um de Arm geleet. Un well die Wäsch jo no em rolle oder biggle glattich hat misse sen no hat se a no misse g’stärkt gen.

Im Sommer die Wäscht trockle wor jo ke Problem. Schwierich is es em Wenter ofm Boden geween. Bis do es letschte Stickelche of’ghong wor, wor’s erschte schon knochehart g’fror. No’m ufheenge wor’s offraame an’gsaat. Glecklich wor, wer do e Hilf, es Grosi oder a Großvater het g’hat. No so em Taach worscht total erledicht geween, die Gimnastik, die Kalorienverbrauch hotscht ghat, hascht nimmi in’s Fittnes-Center breiche gehn.

E gsunder Schloof der wor d’r g’wess, ach wanscht owets noch Reppefleisch, Krumbiere un Sauerkraut hascht gess.

P.S: Freilich hat’s damols a schon Wäschmaschine gen, net elektrisch betrieb, un sie seen a net en em jede Haushalt zu fenne geween.

Uf drei Fiss fescht gemach is so e Art Bottich gstan mit em offklappbarem Deckel dran.

Ennewenzich uf’m Deckel wor a Drehkreiz met 4 Pratze angebrung, un em Bottich wore fingersch-dicke Rille rundrum

Des Drehkreiz wor of’m Deckel met em drehbarem Greff verbunn.

Un hat m’r de Greff iwer e halb rundes Zahnrad hin un her gedreht, no han die Bratze die Wäsch mol links rum un mol rechts rum an de Rille entlang beweet.

So e Wäschemaschin wor en d’r damaliche Zeit e gute Erfindung un for die Hausfrau e große Erleichterung.

Im Vergleich e Wäschmaschin von domols un heit , die macht alles, spart Wasser, Kraft un Zeit.

 

 

 

 

Liewe Sacklaser Landsleit onn all onsr Freind off dr ganz Welt!

Von Margartha Mayer

 

Met mei’m heidiche Beitrach well ich Eich all emm neihje Johr begrieße.

Wann’s ah erscht emm Aprel es. Doo es onsr Heimatblaad 31 Johr alt. Härzliche Gleckwonsch! Weidr soo! Vill Leit warte onngeduldich jedes Johr off des Buch. Geht’s dir ah soo? Mir schon!

Liebe jonge onn ach äldre Weiwer! Ich well nummel was schreiwe. Hoffentlich mach ich des net zu oft! Kommt met mir, enn Gedanke hämm, enn onsr Haisr. Doo geht mei Geschichte gleich weidr.

 

Traudl – Traudli - Gertrud

 

Hascht schon mool noogedenkt, wie viel Weibsleit mr hat „Traudl“ odr „Traudli“

genennt. Nää? Awwr ich!

Ich will die „Traudl“ aus dr Wallachschgass offfzehle – well mich awwr net vrzehle.

Die hann ich all gekennt:

1. Joogs Wes Traudl (verh. Winkler) Nr. 427

2. Glatts, Mayersch Traudl (verh. Glatt) Nr. 429

3. Jogls Wes Traudl (verh.Ortinau) Nr. 430

4. Jogls Traudl (verh. Raab) Nr. 430

5. Uitze Wes Traudl (verh. Uitz) 434

6. Schuschtr Traudl. (verh. Neu) Nr. 435

7. Uitze Wes Traudl (verh. Rosenauer) Nr. 438

8. Kleins Wes Traudl (verh. Müller) 440

9. Kleins Traudl (verh. Huschitt) 441

10. Zwicks Wes Traudl (verh. Zwick) Nr. 448

11. Pitzersch Wes Traudl (verh. Pitzer) Nr. 452

12. Pitzersch Wes Traudl (verh. Tettambel) Nr. 454

13. Fritze Wes Traudl (verh.Wanko) Nr. 460

Ob’s die Wes Traudl, ‚s Traudl odr’s Traudli woor, vonn jedem konnt ich etwas vrzehle.

Mei Loss es off die Joogs Wes Traudl (geb. Reichert, verh. Winkler) Nr, 427 gfall.

 

Vom Moole en Sacklas

 

Mei Nochbersch woor 50 Johr lang a bekannti, gschätzti Moolersch emm Dorf on nenn dr ganz Omgebong. Aus Not hat se dee Beruf ärgreff. Als ganz jongi Kriegswitwe – met 21 Johr – met zwaa klaane Kenner hat se laan misse ‚s täglich Brot vrdiene.

So hat se’s Beschte aus dem Schlechte gemach! Ich kann mr vorstelle, dass die Wes Traudl sich beim Berschtebennr emnn dr Schtadt paar Berschte onn paar Pensle kaaft hat. Drzu noch paar Schtääfe- onn Blumemuschtre (Schablone)! Paarerlei Farwe, net so teire hat se ah gebreicht. Ä Klingl Woll foor die Schträäfe abschlaan woor ah emm Kerbche. Des wor dr Anfang! Die Molersch hat ehr Arwet met Passion gemach, ’s Moole hat se „aus sich gelehrt.“

So hat se voor 90 Johr angfang. Hat die Wes Traudl auswärts ä Auftrach ghat, so hat mr se met`m Waan abghol onn a hämmgebrong. Vill schpädr hat ehr zu-gheirates Enkelskend, dr Matz, se met`m Motorrad metghol. Voor ob die Molersch komm es, hat die Hausfrau Vorbereitunge treffe misse: wichtig woor, dass `s Zemmer, Kich, Schpeis odr Backkich läär woor. Mr hat`s „ausgeraamt“ (ausgeräumt) Geblädertes abgekratzt, de Plafon onn Hohlkell met Kallich bliehweiß geweißelt. Des hat fresch geroch onn wor ah noch gsond.

`S alde Gemols hat mr met Kalich, Kalichwasser oder Sääfewasser agbewäsch onn zugeweißelt. An de Lichthooke hat mr ä griene Besmreißer met`, Kopp nunrzus offghong. Doo nin hann sich die Micke gsetzt, die vonn dr Grondur angelockt senn genn. Zum Schluss hat mer de Pusche zammt de Viecher naustraan kenne. Jetz hat die Hausfrau Strezel enngewaaicht, met Mellich die gewenschte Grondur angerehrt. Met`m langstilliche Weißpensel hat mr die Maure 2 – 3 mool grondeert. Zweschendrenn hann die Maure trockle misse. Jetz hat mr die Molersch bstelle kenne.

Die Männer han`s Grescht met`m Holzbock, Tesche, Laade, Wäschtroch, Schtaan offgebaut. So verschiedn wie die Leit woore, so verschiedn woor ah`s Grescht. Oftmols hat die Kinschtlerin `Gleichgwicht halle misse. Doo hat`s gegatschelt onn gewackelt. Awwr met de Patsche woor se emmr leicht päär Fuß! Emm Hof ankomm, hat mr`s Kerbche läär gemach: Berschte, Pensle, Muschtre, verschiedene Farwe: rotärd, gellärd, zinnower, ockr, zimentrot, bremerbloo, schwarz, lemonigehl onn wie se all hääsche!

Die Hausfrau hat a glei Tellre, Schesselcher, Mellich, Schtärk – manichsmool a Aijdottr gebrong forr die trockne Farwe anrehre – wie sie aus sich gelehrt hat.

 

Was so alles gemolt es genn

 

Die Extra Schtupp (Paradiezemmer) woor etwas ganz Besonderes. Die Moolerei hat lang misse schtehn. Friehjer, bis zom Kriech, woor des Zemmer met große Blumeschtreiß onn Muschtere gemoolt – net gewalzt! Des wore Schablone, die die Molersch newenanner, iwernanner, onnenanner halt hat angepasst. Met dr engetonckte Berscht hat mr geberscht. Ah die Hausgäng hat mr vor 70 Johr noch so ausgschmickt. Jedes Zemmer onn jeder Gang woor ä Einzlschteck (ä Unikat)

Noomache hat mr net kenne. Jede Mauer wor anerscht, jedi Grondur es annerscht ausgfall. Ah dr Wes Traudl ehr gemeschte Farwe hote niemols deselwe Ton. Niedriche Backkiche hat mr selwer met`m Besemche onn Farb gschpretzt odr met zammghollne Wollfäden getuppt.

Wann`s de Leit besser gang es, hat mr ä teirer on ofwendicher gemoolt. Ab de 60-er Johr es äh dr Plafon onn die Ecke gemoolt genn. Dr Appholler hat als Hinnergrond for sei Biller – die schenscht Gangmauer ausgsucht. Wann die Molersch komm es, hat mr gut gekocht: Hinkelspaprikasch, Hinkelsengemachs, Maase-Nußstrudel, Zoppkuche, Offlaaf met Kersche onn Schnee owe droff. Dr Mellichkaffi hat net fehle derfe.

Ich denke am heidiche Tach ann all onser Moolersche onn Moolre, die dorch ehr Arwet onser Heiser scheen gemach hann. Härzliche Dank!

Ich denke an die neigieriche Weiwer die`s „Gemools“ schaue gang senn.

Des woore die Nochberschweiwer onn die Verwandtschaft, die am Sonntach „maaje“ komm senn.

 

 

 

 

Knuppsalgari

Leit, gischttr hote mr Kendtaaf. Scheen wor's!
Enn dr Kerch, dr Parre hat's scheen gemach. Onn's Kendche wor brav, norr wie dr Parre 'm Wasser iwer sei Keppche gschitt hat, hat's bissi gejeinert.
Gess han mer em Stauseehotel, die koche gut. Kaffi hann mr a dort getronk, nor de Kuche hann mr selwer g'stellt.
Ich kann eich sahn, dort wore Torte, ähni schenner wie die anner, laudr gschmeerte on scheen verpotzt.
Onser jonge Weiwer, die känne jo so was.
S' Hilde, mei Schwiegertochter hat gsaaht: Mama, die Kenner, die wo off die Kendtääf komme, esse liewer a trockne Kuche.
„Gut!“ han ich gsaht, no back ich a Knuppsalgari!
Awer bis ich de Salgari hott, des wor net so ähnfach. Enn a jedes Gschäft wo ich gang senn, hat's ghääsch: „So ebbes geit's bei oos että!
Ich han gemännt, ich mißt weger dem Salgari noch of Sacklas fahre!
'S letscht han ich de Salgari doch noch gritt, en ääner Apethek, onner dem Name:
„Hirschhornsalz.“
Also, ich han de Knuppsalgari geback, är es mer a gelong!
De Kenner had'r gut gschmeckt, onn mir a.

Aufgezeichnet von  Barbara Pless +